HSV-Lingenfeld


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Fruchtbare Partnerschaft

Partnerschaft

Wahrlich fruchtbare Partnerschaft


FREUNDSCHAFTSSPIEL: Turnierbesuch der TSV Lingenfeld beim HC Duffel in Belgien überdauert ein halbes Jahrhundert

Lingenfeld. Als 1965 Lingenfelder Handballer zu einem
Freundschaftsturnier ins belgische Duffel aufbrachen, ahnte sicherlich
niemand, dass sich aus diesem Besuch eine jetzt bereits 50 Jahre
währende Freundschaft zwischen den pfälzischen und flämischen
Ballwerfern entwickeln würde.
"Karel Wouters hat Alois Jochem geschrieben, dass der 1963 gegründete
Handballclub Duffel ein Turnier austragen wolle und uns dazu eingeladen.
Wir sagten zu", berichtet Zeitzeuge Richard Hoffmann, wie es zur
Premiere in der heute 17.000 Einwohner zählenden Stadt in der Nähe von
Mechelen in der Provinz Antwerpen kam. Hoffmann war Teil der Mannschaft
der TSV Lingenfeld - der HSV Lingenfeld wurde erst 1982 gegründet - in
der auch Theo Schnell, Kurt Ackermann, Kurt Sickelmann, Heinz Vogel,
Roland Deubig, Norbert und Manfred Ulrich sowie Torwart Dietrich Dressel
standen. Offizielle waren TSV-Vorsitzender Gerhard Schoch und
Handball-Abteilungsleiter Jochem. Auf Seiten der Gastgeber wirkten unter
anderem Willy Wouters, der Sohn von Karel, sowie die späteren
Triebfedern der Partnerschaft Edgar Weyn und Keeper Rik Luickx mit.
Hoffmann kennt auch den Ursprung des Kontakts. So lagerte Karel Wouters
gegen Ende des zweiten Weltkriegs zusammen mit anderen Flamen als
Wehrmachtsangehöriger mit seiner Fernmeldeeinheit auf dem Brändelsberg
zwischen Schwegenheim und Lingenfeld. Um ihre karge Kost aus
Dosenfleisch und Kommissbrot aufzubessern, arbeiteten die Flamen gegen
Lebensmittel auch in Lingenfeld. Wouters kam zu den Jochems und
hinterließ seine Visitenkarte. Alois Jochem und Wouters begannen nach
dem Krieg einen regen schriftlichen Austausch. Als Jochem
Abteilungsleiter geworden und der HC Duffel gegründet war, stand der
Partnerschaft nichts mehr im Weg.
Anlässlich des 50. Treffens besuchten 23 Belgier, darunter der auch
außerhalb des Handballs bekannte Hermann op de Beeck, erneut Lingenfeld.
In liebevoller Kleinarbeit hatten HSV-Vorsitzender Werner Brodback,
Wolfgang Fried und Dirk Luickx auf Lingenfelder Seite insbesondere aus
dem Nachlass der verstorbenen Ernst Märdian und Heinz Vogel sowie die
Duffeler Willy Wouters, Edgar und Roger Weyn eine Vielzahl an
Erinnerungsstücken wie Urkunden, Pokale, Wimpel, Bilder, T-Shirts,
Medaillen, Spielerpässe und Chroniken gesammelt und zu einer
beeindruckenden, hoch interessanten Ausstellung über die letzten 50
Jahre im Foyer der Goldberghalle zusammengestellt. Ein Plakat aus dem
Jahr 1968 wies beispielsweise auf ein internationales Handballturnier in
Lingenfeld mit Duffel, Walsheim und Kirrlach hin. Danach wurde zum Tanz
mit der seiner Zeit in Lingenfeld beliebten badischen Band Olly-Boys
eingeladen. Die Veranstaltungen in Belgien im HC-Vereinslokal "De Kroon"
sind legendär.
Die Partnerschaft lebt stark von den Freundschaften und Beziehungen
einzelner. Drei belgisch-deutsche Ehen wurden geschlossen. So zum
Beispiel zwischen Dirk Luickx und seiner Frau Martina, die der
Lingenfelder Handball-Dynastie Puderer entstammt. Ihre Töchter sind beim
HSV am Ball. Wolfgang und Siglinde Fried treffen sich seit 40 Jahren
auch außerhalb der offiziellen Begegnungen mit Roger und Lutgarde Weyn.
1997 fuhren die Frieds per Fahrrad nach Duffel, 2009 wanderte Wolfgang
600 Kilometer nach Belgien. Der HC Duffel hatte seine große Zeit Ende
der 70er bis Mitte der 80er Jahre, als man mit dem Ausnahmekönner
Francis Diricx der ersten Liga angehörte und zwei Mal belgischer
Vize-Pokalsieger wurde. In Lingenfeld wurde 1984 auf einem Findling an
der Goldberghalle eine Gedenktafel angebracht und 2006 eine Straße auf
Duffeler Ring getauft. Das anlässlich der 50. Begegnung von Klaus und
Frank Rickert gestiftete Banner mit der Aufschrift "1965 - 2015 - 50
Jahre Partnerschaft HSV Lingenfeld - HC Duffel" wird seinen Platz in der
Goldberghalle finden. "Man braucht die Jugend und muss sie dafür
interessieren", war die einhellige Meinung, damit die Freundschaft
weiter bestehen kann.

(ali)

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